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Schufa verspricht beim Score mehr Transparenz

Seit dem 17. März gibt es den neuen Schufa-Score, der transparenter und nachvollziehbarer sein soll. Aber ist er auch gerechter?

"Seit Jahren steht die Wirtschaftsauskunftei Schufa aus Wiesbaden in der Kritik. Sie sei eine Blackbox. Warum sie manche Verbraucher für kreditwürdiger als andere halte, sei nicht nachvollziehbar, so ein häufig geäußerter Vorwurf. Ihr Bewertungssystem hat sie nun offengelegt. Es gibt nun bei der Schufa einen neuen Score, im Grunde eine Bewertung mit einer Zahl bis 999. Je höher sie ausfällt, desto kreditwürdiger ist jemand aus Sicht der Schufa. Desto wahrscheinlicher ist es ihrer Einschätzung nach, dass die Person etwa einen Kredit zurückzahlt.

Dafür müssen sich Verbraucher in der Schufa-App oder auf der Webseite der Schufa registrieren und identifizieren. Dann können sie sehen, was die Schufa über sie weiß und wie sie anhand dieser Daten abschneiden. Den neuen Score hat die Schufa deutlich vereinfacht, lediglich zwölf Kriterien spielen dabei eine Rolle. Wichtig ist zum Beispiel, ob es Zahlungsstörungen gibt oder Rechnungen immer fristgerecht bezahlt werden. Belohnt wird bei dem Bewertungssystem ebenfalls, wenn Verbraucher auf lange Geschäftsbeziehungen zurückblicken können. Sei es, dass sie seit Jahren bei einer bestimmten Bank sind oder Kreditkarten besitzen.

Dass die Wirtschaftsauskunftei damit ihre Geheimrezeptur offenlegt, ist tatsächlich wenig erstaunlich. Denn ihre vorhergehende Geheimniskrämerei hatten Verbraucherschützer jahrelang kritisiert. Selbst der Europäische Gerichtshof in Luxemburg forderte das Wiesbadener Unternehmen zu mehr Transparenz auf."

Quelle: Tagessschau.de vom 17.03.2026


Die Schufa erklärt auf ihren Seiten die zwölf Score-Kriterien und wie sie den Score beeinflussen. Mehr


Dennoch bleiben grundsätzliche Fragen, die der Kommentator von tagesschau.de treffend zusammenfasst:

"Dennoch sollte man sich nicht zu früh freuen. Der neue Score löst nicht alle Probleme, die Verbraucherinnen und Verbraucher mit der Schufa bislang hatten. Und auch das Transparenzversprechen hat seine Grenzen. So erfährt man jetzt zwar, dass es beispielsweise gut ist, wenn man selten umzieht und sein Konto immer bei einer Bank behält. Wer das tue, sei zuverlässiger als Kunde, das sei statistisch belegt. Das aber muss man der Schufa dann glauben, die entsprechenden Gutachten: Betriebsgeheimnis.

Aber was fange ich dann mit der Information an, dass es besser ist, lange an einem Ort zu wohnen und nur eine Bank zu haben? Einen Umzug absagen, weil der Score sonst runtergeht? Bei einer Bank bleiben, mit deren Service ich schon lange nicht mehr zufrieden bin? Die Botschaft der Schufa ist hier: bloß nicht zu mobil und zu mündig sein als Verbraucher.

Der neue Schufa-Score wird erst schrittweise eingeführt - in den kommenden fast drei Jahren. Der weitaus überwiegende Anteil der Unternehmen, die von der Schufa die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden berechnen lassen, wird weiterhin erst einmal den alten, undurchsichtigen Score nutzen.

Der neue Score ist vor allem ein Marketing-Erfolg der Schufa. Sie ist nun in aller Munde - und mal nicht als böse Datenkrake, sondern als verbraucherfreundliches, modernes Unternehmen. Bis Verbraucherinnen und Verbraucher aber sehen, ob ihnen die neue Transparenz auch wirklich nützt und ob sie vielleicht sogar besser dastehen in Sachen Kreditwürdigkeit, wird noch einige Zeit vergehen." Mehr

 

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