Verbraucherinsolvenzen S-H und Deutschland 2025
Verbraucherinsolvenzen Schleswig-Holstein 2025
In Schleswig-Holstein registrierten die Amtsgerichte nach Angaben des Statistischen Amtes für Hamburg und Schleswig-Holstein im Jahr 2025 3.569 Verbraucherinsolvenzverfahren (+8,2 % gegenüber dem Vorjahr).
Das ist einer der höchsten Werte seit 2015. In diesem Zeitraum wurden nur für die Jahre 2015 (3.569) und 2021 (3.655) genauso viele bzw. mehr Fälle gemeldet wie in 2025.
Verbraucherinsolvenz - nur ein Indiz für Überschuldung
Bei der Interpretation der Zahlen ist weiter zu bedenken, dass bedeutende wirtschaftliche Ereignisse wie z.B. die Corona-Pandemie oder die aktuelle Preisentwicklung erst zeitversetzt in der Statistik sichtbar werden.
Die Anzahl der eröffneten Verbraucherinsolvenzverfahren ist nur ein Indiz für Überschuldung. Sie lässt keine Aussage über die Anzahl der in den Schuldnerberatungsstellen beratenen und betreuten Personen zu.
Nachdem die Verbraucherinsolvenzen im Jahr 2010 ihren Höhepunkt erreicht hatten, ist ein kontinuierlicher Rückgang sowohl landes- als auch bundesweit zu verzeichnen. Diese Entwicklung scheint in der zunehmenden Inanspruchnahme des Pfändungsschutzkontos (P-Konto) begründet zu sein, das seit 2010 zur Verfügung steht.
In einer Verbraucherinsolvenz sehen viele Ratsuchende offenbar keine Perspektive, weil sich ihre wirtschaftliche Situation dadurch nicht verbessern würde. Zudem bieten z. B. die zunehmenden prekären Beschäftigungsverhältnisse keine Möglichkeit, bestehende Schulden abzubauen und eine weitere Verschuldung zu vermeiden.
