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Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat angesichts der Preisentwicklung für Energie - insbesondere von Gas - den von der Bundesregierung am 02.02. beschlossenen Heizkostenzuschuss für Wohngeldempfänger*innen auf seine Wirksamkeit hin untersucht.

Der einmalige Heizkostenzuschuss für Wohngeldempfänger*innen, Auszubildende und BAföG-Empfänger*innen in Höhe von 135 € pro Einpersonenhaushalt plus 40 beziehungsweise 35 € für jede weitere Person deckt bei den meisten betroffenen Haushalte nur einen Bruchteil der Kostenanstiege ab.

Der außergewöhnliche Anstieg der Gaspreise stellt vor allem für einkommensschwache Haushalte außerhalb des Wohngeld- oder SGB II/XII-Bezugs, die in Wohnungen mit schlechter Wärmedämmung leben, eine finanzielle Herausforderung dar.

"Tatsächlich lag der durchschnittliche Endkundenpreis für Gas am 21. Januar 2022 75 Prozent über dem Vorjahrespreis. Allerdings haben einige Gasversorger auch deutlich höhere Preisanstiege angegeben, der höchste liegt bei 150,6 Prozent. Neuverträge werden aktuell zwischen 15 und 18 Cent/kWh Gas angeboten. Besonders betroffen sind KundInnen von sogenannten Gas-Discountern, von denen einige in diesem Winter die Lieferungen eingestellt haben. Davon betroffene Haushalte waren gezwungen, Neuverträge zu hohen Preisen abzuschließen.“

Der Energiekostenanstieg trifft ärmere Haushalte stärker, da diese einen größeren Anteil ihres verfügbaren Einkommens für Heizkosten ausgeben.

Das DIW stellt verschiedene Szenarien für eine mögliche Unterstützung für besonders betroffene Haushalte dar. Sein Vorschlag ist eine Erstattung der tatsächlich Heizkostenanstiege, die über eine Preissteigerung von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr hinausgehen (circa 7,5 Cent/kWh).

Aktuell beziehen rund 700.000 Haushalte Wohngeld. Der Kreis der Bezieher*innen könnte jedoch rund zweimal so groß sein, da viele Haushalte ihr Anspruchsrecht nicht wahrnehmen, so das DIW. Die Belastungen durch hohe Heizkosten könnten dazu führen, dass deutlich mehr Berechtigte Wohngeld beantragen.

"Eine kurzfristige Unterstützung ärmerer Haushalte ist wichtig, um die sozialen Härten des aktuellen Gaspreisanstieges abzuwenden. Gleichzeitig muss an einer langfristigen Lösung gearbeitet werden. Eine deutliche Verbesserung der Energieeffizienz der Gebäude kann ärmere Haushalte schützen und gleichzeitig die staatlichen Ausgaben für pauschale Rückerstattungen in der Zukunft reduzieren. Die Chance, VerbraucherInnen auf diese Weise besser vor Preisschocks bei fossilen Brennstoffen zu schützen, wurde zu lange verpasst."

 

Quelle und mehr

 

 

Koordinierungsstelle Schuldnerberatung in Schleswig-Holstein