Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

Statistisches Bundesamt: Statistik zur Überschuldung privater Personen 2016, Wiesbaden 2017

Die Überschuldungsstatistik wird seit 2006 zentral vom Statistischen Bundesamt bei Schuldnerberatungsstellen durchgeführt. Sie gibt Auskunft über die Situation von Überschuldung betroffener Menschen, erlaubt allerdings keine Aussagen über die Gesamtzahl der überschuldeten Haushalte und Personen.

Die Überschuldungsstatistik kann eine sozialwissenschaftliche Untersuchung über Überschuldungsverläufe, Bewältigungsstrategien usw. nicht ersetzen, aber sie ist ein wichtiger Baustein für eine Analyse der sozialen Situation in Deutschland. Sie gibt besser als alle anderen in Deutschland erhobenen Daten Auskunft über die Lebenslage überschuldeter Menschen.

Die Ergebnisse beruhen auf Angaben von 461 Schuldnerberatungsstellen aus ganz Deutschland. Sie beinhalten anonymisierte Daten von 118.000 beratenen Personen mit deren Einverständnis.

Kernergebnisse:

- Hauptauslöser der Überschuldung bei Hilfesuchenden, die in 2016 eine Beratung begonnen haben: Verlust des Arbeitsplatzes (21 %), gesundheitliche Probleme (15 %), finanzielle Folgen einer Trennung/Scheidung (13 %), unwirtschaftliche Haushaltsführung (11 %). Bei 6 % der beratenen Personen hatte längerfristiges Niedrigeinkommen trotz einer wirtschaftlichen Haushaltsführung zu finanziellen Problemen geführt. Dieses Merkmal ist neu in die Erhebung aufgenommen worden und wurde in 2015 erstmals ausgewertet.

- 30 % aller Überschuldeten sind alleinlebende Männer - überproportional häufig betroffen, kontinuierlich steigender Wert

- 14 % der Überschuldeten waren alleinerziehende Frauen - überproportional häufig betroffen

- 70 % der beratenen Personen hatten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

- 46 % hatten ein monatliches Nettoeinkommen von unter 900 € zur Verfügung

- Unter 25-Jährige haben überdurchschnittlich hohe Schulden bei Telefongesellschaften

- Personen zwischen 25 und 35 Jahren nutzen am häufigsten das Angebot der Schuldnerberatung (27 % aller beratenen Personen)

- 7 % waren zu Beginn der Beratung noch keine 25 Jahre alt; überdurchschnittlich häufig war in dieser Altersgruppe die unwirtschaftliche Haushaltsführung der Auslöser für die finanzielle Notsituation (22 %)

- 21 % der Beratungsfälle, die im Jahr 2016 die Beratung beendet haben, konnten ihre Schulden mit Hilfe der Beratungsstelle außergerichtlich regulieren.


Detaillierte Auswertungen finden Sie im Tabellenband "Statistik zur Überschuldung privater Personen 2016" und in der Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 29.06.2017. Dort finden sich auch weitere Hintergrundinformationen zur Überschuldungsstatistik.

Statistisches Bundesamt: Statistik zur Überschuldung privater Personen 2015, Wiesbaden 2016 - revidiert 17.11.2016

Die Überschuldungsstatistik wird seit 2006 zentral vom Statistischen Bundesamt bei Schuldnerberatungsstellen durchgeführt. Sie gibt Auskunft über die Situation von Überschuldung betroffener Menschen, erlaubt allerdings keine Aussagen über die Gesamtzahl der überschuldeten Haushalte und Personen.

Die Überschuldungsstatistik kann eine sozialwissenschaftliche Untersuchung über Überschuldungsverläufe, Bewältigungsstrategien usw. nicht ersetzen, aber sie ist ein wichtiger Baustein für eine Analyse der sozialen Situation in Deutschland. Sie gibt besser als alle anderen in Deutschland erhobenen Daten Auskunft über die Lebenslage überschuldeter Menschen.

Aufgrund der großen regionalen Unterschiede bei der Beteiligung in den Bundesländern und verbunden mit einem Nord-Süd-Gefälle lassen sich die ermittelten Strukturen und Werte nicht uneingeschränkt auf das gesamte Bundesgebiet übertragen. Allerdings sind die Angaben aufgrund der hohen Fallzahlen als weitgehend repräsentativ anzusehen.

Die Ergebnisse beruhen auf Angaben von 410 Schuldnerberatungsstellen aus ganz Deutschland. Sie beinhalten anonymisierte Daten von 113.000 beratenen Personen mit deren Einverständnis.

Die Zahlen der Statistik zur Überschuldung privater Personen 2015 wurden vom Statistischen Bundesamt am 17.11.2016 revidiert und neu herausgegeben. Die folgenden Zahlen beziehen sich auf diese korrigierte Fassung.

Kernergebnisse:

- Hauptauslöser der Überschuldung bei Hilfesuchenden, die in 2015 eine Schuldnerberatung aufgesucht haben: Verlust des Arbeitsplatzes (20 %), gesundheitliche Probleme (13,5 %), finanzielle Folgen einer Trennung/Scheidung (12,5 %), unwirtschaftliche Haushaltsführung (9,4 %). Bei 3,4 % der beratenen Personen hatte längerfristiges Niedrigeinkommen trotz einer wirtschaftlichen Haushaltsführung zu finanziellen Problemen geführt. Dieses Merkmal ist neu in die Erhebung aufgenommen worden und wurde in 2015 erstmals ausgewertet.

- Fast 30 % aller Überschuldeten sind alleinlebende Männer - überproportional häufig betroffen, kontinuierlich steigender Wert (2014: 28 %)

- 14 % der Überschuldeten waren alleinerziehende Frauen - überproportional häufig betroffen (2014: 14 %)

- Fast 45 % der Schulden entfielen auf Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (2014: 43 %)

- 47 % hatten ein monatliches Nettoeinkommen von unter 900 € zur Verfügung (2014: 47 %)

- Personen zwischen 25 und 35 Jahren nutzen am häufigsten das Angebot der Schuldnerberatung (27 % aller beratenen Personen)

- 6 % waren zu Beginn der Beratung noch keine 25 Jahre alt; überdurchschnittlich häufig war in dieser Altersgruppe die unwirtschaftliche Haushaltsführung der Auslöser für die finanzielle Notsituation (18 %), Hauptauslöser der Überschuldung war aber auch in dieser Altersgruppe die Arbeitslosigkeit (21 %)

- Unter 25-Jährige haben überdurchschnittlich hohe Schulden bei Telefongesellschaften

- 20,5 % der Beratungsfälle, die im Jahr 2015 die Beratung beendet haben, konnten ihre Schulden mit Hilfe der Beratungsstelle außergerichtlich regulieren (2014: 21 %).

Detaillierte Auswertungen finden Sie im Tabellenband "Statistik zur Überschuldung privater Personen 2015" und in der Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 01.07.2016. Dort finden sich auch weitere Hintergrundinformationen zur Überschuldungsstatistik.

Statistisches Bundesamt (Hg.): Statistisches Jahrbuch - Deutschland und Internationales 2017, Wiesbaden 2017

Das Jahrbuch enthält im Kapitel 6 (S. 187 ff.) auch einen Abschnitt zur Überschuldung privater Personen und Verbraucherinsolvenzen in Deutschland. Grundlage der Darstellung ist die Basisstatistik zur Überschuldung privater Personen 2016.

Das Jahrbuch steht komplett oder kapitelweise als Download kostenlos zur Verfügung.

Download und Bezug

 

 

Statistisches Bundesamt (Hg.): Statistisches Jahrbuch - Deutschland und Internationales 2016, Wiesbaden 2016

Das Jahrbuch enthält im Kapitel 6 (S. 181 ff.) auch einen Abschnitt zur Überschuldung privater Personen und Verbraucherinsolvenzen in Deutschland. Grundlage der Darstellung ist die Basisstatistik zur Überschuldung privater Personen 2015.

Das Jahrbuch steht komplett oder kapitelweise als Download kostenlos zur Verfügung.

Download und Bezug

 

 

Statistisches Bundesamt (Hg.): Statistisches Jahrbuch - Deutschland und Internationales 2015, Wiesbaden 2015

Das Jahrbuch enthält im Kapitel 6 (S. 181 ff.) auch einen Abschnitt zur Überschuldung privater Personen und Verbraucherinsolvenzen in Deutschland. Grundlage der Darstellung ist die Basisstatistik zur Überschuldung privater Personen 2013.

Das Jahrbuch steht komplett oder kapitelweise als Download kostenlos zur Verfügung.

Download und Bezug

 

 

Statistisches Bundesamt (Hg.): Statistisches Jahrbuch - Deutschland und Internationales 2014, Wiesbaden 2014

Das Jahrbuch enthält im Kapitel 6 (S. 178 ff.) auch einen Abschnitt zur Überschuldung privater Personen und Verbraucherinsolvenzen in Deutschland. Grundlage der Darstellung ist die Basisstatistik zur Überschuldung privater Personen 2012.

Download und Bezug

Statistisches Bundesamt u.a. (Hg.): Datenreport 2016. Ein Sozialbericht für die Bundesrepublik Deutschland, Bonn 2016

Der Datenreport ist ein Sozialbericht, der Daten der amtlichen Statistik mit denen der Sozialforschung kombiniert und damit ein umfassendes Bild der Lebensverhältnisse und der Einstellungen der Menschen in Deutschland schafft.

Der Abschnitt zur privaten Überschuldung in Deutschland findet sich im Kapitel 6 (ab S. 166).

Der Gesamtbericht sowie einzelne Kapitel stehen als Download zur Verfügung. Die Buchausgabe ist bei der Bundeszentrale für politische Bildung gegen eine Bereitstellungspauschale von 4,50 € zzgl. 5,00 € Versandkosten erhältlich.

Bestellung

Download

 

 

Statistisches Bundesamt u.a. (Hg.): Datenreport 2013. Ein Sozialbericht für die Bundesrepublik Deutschland, Bonn 2013

Im Kapitel 6.1.5 (Überschuldung und Privatinsolvenz) werden ausführlich die Ursachen und Folgen von Überschuldung auf Grundlage der Basisstatistik zur Überschuldung privater Personen 2011 dargestellt (S. 155 ff.).

Die Buchausgabe ist bei der Bundeszentrale für politische Bildung gegen eine Bereitstellungspauschale von 4,50 € zzgl. Versandkosten erhältlich. Der Gesamtbericht sowie einzelne Kapitel stehen als Download zur Verfügung.

Bezug und Download

Institut für Finanzdienstleistungen: iff-Überschuldungsreport 2016. Überschuldung in Deutschland, Hamburg 2016

Beim Aufschwung werden immer mehr Menschen abgehängt - so das Fazit des Überschuldungsreports 2016, den das Hamburger Institut für Finanzdienstleistungen (iff) vorgelegt hat.

Kernergebnisse:

- Trotz nachhaltigem Wirtschaftswachstums konnte kein Rückgang der Überschuldung festgestellt werden. Das iff geht von 3,4 Mio. überschuldeten Haushalten aus.

- Trotz sinkender Arbeitslosenquote bleibt Arbeitslosigkeit Überschuldungsgrund Nummer eins (28 % geben Arbeitslosigkeit als Hauptauslöser an). Die Ratsuchenden finden zudem schlechter eine neue Arbeit als der Rest der Bevölkerung, der Anteil der Arbeitslosen unter ihnen ist 2015 mit rund 46 Prozent unverändert hoch.

- 70% der Privathaushalte nannten einen der "Big Six" als Überschuldungsgrund, wobei Arbeitslosigkeit/reduzierte Arbeit weiterhin der häufigste Grund für Überschuldung ist. Der seit 2014 neu erhobene Auslöser "Einkommensarmut" ist mittlerweile der zweithäufigste - vor gescheiterter Selbständigkeit, Scheidung/Trennung, Konsumverhalten und Krankheit.

- Die Einkommensarmut hat sich als Ursache für Überschuldung auf einem hohen Niveau von rund 10 Prozent stabilisiert. Die preisbereinigten Einkommen der Überschuldeten sinken seit Jahren, das mittlere Einkommen liegt aktuell bei 861 Euro und damit rund 13 Prozent unterhalb der Armutsgrenze. Der Mindestlohn hat die Anzahl der Aufstocker nicht verringert.

- Der wirtschaftliche Aufschwung geht an den ärmeren Menschen vorbei. Viele Überschuldete scheinen zu resignieren und verzichten auf eine schuldenfreie Zukunft. Das iff erklärt die kontinuierlich zurückgehenden Zahlen der Insolvenzeröffnungen u.a. damit, dass die Einführung des P-Kontos für viele Überschuldete die Notwendigkeit, einen Insolvenzantrag zu stellen, um wieder am bargeldlosen Zahlungsverkehr teilnehmen zu können, nicht mehr besteht.

- Die Zahl der Alleinerziehenden unter den Überschuldeten hat erneut zugenommen (2,5-mal mehr unter Überschuldeten vertreten als in der Gesamtbevölkerung).

- Der Bericht betont die Wichtigkeit von Schuldenprävention.

Im Überschuldungsreport findet sich ab Seite 36 das Sonderthema: "Digitale Arbeitshilfen in der Sozialen Schuldnerberatung". Insgesamt zeigt das Ergebnis, dass eine Digitalisierung der Beratung nicht weiterhilft, eine Digitalisierung der Arbeitsabläufe jedoch sehr wohl.

Die Pressemitteilung des iff enthält zusammenfassende Ergebnisse sowie den Bericht.

 

Überschuldungsreport



Creditreform: SchuldnerAtlas Deutschland 2017, Neuss 2017

Die Überschuldung von Privatpersonen in Deutschland ist seit 2014 zum vierten Mal in Folge angestiegen, allerdings weniger stark als zu befürchten war - so das Fazit der Creditreform im SchuldnerAtlas 2017.

Kernergebnisse:

- Zum Stichtag 01.10.2017 waren bundesweit 6,9 Mio. Personen über 18 Jahre überschuldet und weisen nachhaltige Zahlungsstörungen auf (+ 0,9% gegenüber 2016). Die Überschuldungsquote beträgt damit 10 %.

- Die Creditrefom beobachtet eine Zunahme der Fälle mit hoher Überschuldungsintensität (vereinfacht: gerichtliche Sachverhalte). Ihre Zahl nahm in den letzten zwölf Monaten um rund 53.000 Fälle zu (+ 1,2 %). Allerdings sinkt der Anstieg der harten Überschuldung im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Die Zahl der Fälle mit geringer Überschuldungsintensität (vereinfacht: nachhaltige Zahlungsstörungen) ist ebenfalls leicht gestiegen - um rund 12.000 Fälle (+ 0,5 %).

- Häufigster Auslöser von Überschuldung ist weiterhin die Arbeitslosigkeit (20,2 %), wobei der Auslöser Krankheit und Sucht auch in 2017 zugenommen hat (15,3 %).

- Die Überschuldung im Alter nimmt weiter zu. in 2017 müssen rd. 194.000 Menschen ab 70 J. als überschuldet gelten (+ 20.000; + 12 %). Der Doppeltrend zur Altersarnut und Altersüberschuldung ist trotz einzelner positiver Entwicklungen stabil.

- "Junge Überschuldung" (unter 30 J.) weiterhin auf hohem Niveau.

- Der Trend zur zunehmenden Überschuldungsverhärtung und strukturellen Überschuldung ist stabil. Laut SchuldnerAtlas profitierten 2017 mehr als 4,2 Mio. Menschen in Deutschland offensichtlich nicht oder nur sehr begrenzt von einer positiven Konjunktur- und Beschäftigungsentwicklung. Der Prozess der so genannten Überschuldungsverhärtung kann daher auch als Ausdruck von Marginalisierung und Prekarisierung gedeutet werden, der sich in Form einer Polarisierung zwischen überschuldeten und nicht oder weniger überschuldeten Personengruppen vollzieht. Der Bericht interpretiert die strukturelle Überschuldung als ein Symptom und ein Indikator für die Erosion der Mittelschicht.

Die Sonderauswertung nach Milieuzugehörigkeit zeigt, dass auch in diesem Jahr fast alle neuen Überschuldungsfälle aus der "Mitte der Gesellschaft“ stammen (4,38 Millionen; + 69.000 Fälle) – die Zahl der Überschuldungsfälle aus den "gehobeneren Schichten“ (1,76 Millionen; - 3.000 Fälle) hat in diesem Jahr ebenso wie in den "unteren Schichten“ (Prekäre: 0,77 Millionen; - 1.000 Fälle) leicht abgenommen.
Das diesjährige Sonderthema ("Die angegriffene Mitte“) befasste sich daher auch mit den Folgen von Überschuldung auf Mittelschichtfamilien in Deutschland. Überschuldung zeigt sich in jedem Fall als "massiver Einschnitt in das normale Leben“ und führt die Betroffenen oft genug in eine "Schockstarre“.

Als wichtige Maßnahmen gegen die im Bericht beschriebenen Entwicklungen fordert die Creditreform u.a. die Stärkung und den Ausbau der Schuldner- und Insolvenzberatung, Förderung von Finanzkompetenz insbesondere von jungen und älteren Verbrauchern, die Förderung einer verantwortungsbewussten Kreditvergabe, eine qualifizierte Informationsoffensive zur Überschuldungsproblematik und eine stärkere Einbindung der Überschuldungsforschung in die Armuts- und Bildungsdebatte.

In der Presseinformation vom 09.11.2017 sind die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst.  


SchuldnerAtlas 2017



SCHUFA-Holding AG (Hg.): Kredit-Kompass 2017. Empirische Untersuchung der privaten Kreditaufnahme in Deutschland, Wiesbaden 2017

Diesen sowie frühere Berichte finden Sie auf der Seite der Schufa.

Homepage

Der Paritätische Gesamtverband: Menschenwürde ist Menschenrecht. Bericht zur Armutsentwicklung in Deutschland 2017, Berlin 2017

Die Armut in Deutschland ist auf einen neuen Höchststand von 15,7 % angestiegen, so der Befund des aktuellen Armutsberichts des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, der dieses Jahr wieder unter Mitwirkung weiterer Verbände und Fachorganisationen erscheint. Nach Aussagen des Verbandes markiert dieser Höchstwert einen mehrjährigen Trend wachsender Armut.

Bei allen bekannten Risikogruppen habe die Armut im Vergleich zum Vorjahr noch einmal zugenommen.
Erstmals ermöglicht der Bericht des Paritätischen einen Zehn-Jahres-Vergleich. In Schleswig-Holstein war die Armutsquote in 2015 mit 14,6 % höher als im Jahr 2005 mit 13,3 %.

Der Armutsbericht enthält neben empirischen Daten zur Armutsentwicklung in Deutschland Analysen zur Lebenssituation und Armut einzelnen Personengruppen (Alleinerziehende, Kinder und Jugendliche, Arbeitslose, alte Menschen, Geflüchtete, Migranten, Menschen mit psychischer Erkrankung, Menschen mit Behinderung) sowie zu Querschnittsthemen (Wohnungslosigkeit, Gesundheit und Armut).

Der Verband fordert die Politik zu einem entschlossenen Handeln in der Arbeitsmarktpolitik, beim Wohnungsbau, in der Bildung und dem Ausbau sozialer Dienstleistungen und Angebote in den Kommunen auf. Voraussetzung für eine offensive Armutsbekämpfung sei ein rigoroser Kurswechsel in der Steuer- und Finanzpolitik.  

Download

Der Paritätische Gesamtverband: Zeit zu handeln. Bericht zur Armutsentwicklung in Deutschland 2016, Berlin 2016

Der Paritätische Wohlfahrtsverband kritisiert in seinem Armutsbericht das anhaltend hohe Armutsniveau und fordert von der Bundesregierung einen sozial- und steuerpolitischen Kurswechsel und wirksame Armutsbekämpfung. Trotz guter wirtschaftlicher Lage steigen gerade in bevölkerungsreichen Bundesländern wie Bayern und Nordrhein-Westfalen die Armutsquoten, Hauptrisikogruppen sind Alleinerziehende, Erwerbslose sowie Rentner/innen.

Der Bericht enthält einen Abschnitt zum Thema "Überschuldung als Ursache, Folge und Verschärfung von Armut" (ab Seite 93).

Die Pressemitteilung mit den wichtigsten Ergebnissen sowie den Bericht finden Sie auf der begleitenden Internetseite.

Homepage

Der Paritätische Gesamtverband / Paritätische Forschungsstelle: Expertise zur Fortschreibung der Regelsätze zum 1. Januar 2016. Tabellen zur Aufteilung der Verbrauchspositionen von Regelsätzen (Regelbedarfsstufen) 2008 bis 2016, Berlin 2015

Als viel zu niedrig und "in keiner Weise bedarfsdeckend" kritisiert der Paritätische Wohlfahrtsverband die Erhöhung der Hartz-IV-Regelsätze seit dem 1. Januar 2016 um lediglich 5 Euro auf 404 Euro.

In einer aktuellen Studie weist der Verband der Bundesregierung manipulative Eingriffe in die statistischen Berechnungen nach, die zu einer massiven Unterdeckung der Regelsätze in Hartz IV führen.

Der Verband fordert eine Korrektur und die Anhebung der Regelsätze um 23% auf 491 Euro.

Download

Der Paritätische Gesamtverband: Die zerklüftete Republik. Bericht zur regionalen Armutsentwicklung in Deutschland 2014, Berlin 2015

Die wichtigsten Befunde:

Die Armut in Deutschland hat mit einer Armutsquote von 15,5 Prozent ein neues Rekordhoch erreicht und umfasst rund 12,5 Millionen Menschen.

Der Anstieg der Armut ist fast flächendeckend. In 13 der 16 Bundesländer hat die Armut zugenommen. Die Länder und Regionen, die bereits in den drei vergangenen Berichten die bedenklichsten Trends zeigten – das Ruhrgebiet, Bremen, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern – weisen erneut überproportionale Zuwächse auf.

Die regionale Zerrissenheit in Deutschland hat sich im Vergleich der letzten Jahre verschärft. Betrug
der Abstand zwischen der am wenigsten und der am meisten von Armut betroffenen Region 2006 noch 17,8 Prozentpunkte, sind es 2013 bereits 24,8 Prozentpunkte.

Erwerbslose und Alleinerziehende sind die hervorstechenden Risikogruppen, wenn es um Armut geht. Über 40 Prozent der Alleinerziehenden und fast 60 Prozent der Erwerbslosen in Deutschland sind arm. Und zwar mit einer seit 2006 ansteigenden Tendenz.

Die Kinderarmut bleibt in Deutschland weiterhin auf sehr hohem Niveau. Bedrohlich zugenommen hat in den letzten Jahren die Altersarmut, insbesondere unter Rentner/innen. Deren Armutsquote ist mit 15,2 Prozent zwar noch unter dem Durchschnitt, ist jedoch seit 2006 überproportional und zwar viermal so stark gewachsen.

Bericht

Der Paritätische Gesamtverband: Zwischen Wohlstand und Verarmung: Deutschland vor der Zerreißprobe. Bericht zur regionalen Armutsentwicklung in Deutschland 2013, Berlin 2013

Der Negativtrend, der sich im letzten Jahr abzuzeichnen begann, wurde deutlich bestätigt. Seit 2006 ist die Armut in Deutschland von 14,0 Prozent auf mittlerweile 15,2 Prozent gestiegen. Gerade auch mit Blick auf die Regionen treten besorgniserregende Entwicklungen zu Tage: Mehrjährig positive Trends in Mecklenburg-Vorpommern oder Thüringen sind zum Erliegen gekommen, positive Trends in Brandenburg oder Hamburg scheinen sich nun endgültig gedreht zu haben. Während die Länder mit vergleichsweise sehr niedrigen Armutsquoten – Baden-Württemberg und Bayern – ihre Position noch einmal verbessern konnten, verschlechterte sich zugleich die Situation bei denjenigen Ländern, die ohnehin mit Armutsquoten von über 20 Prozent weit abgeschlagen waren: Sachsen-Anhalt, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen. Die Befunde des vorliegenden Armutsberichts 2013 geben daher Anlass zu tiefer Sorge. Die Kluft zwischen bundesdeutschen Wohlstandsregionen auf der einen Seite und Armutsregionen auf der anderen Seite wächst stetig und deutlich. Die sozialen und regionalen Fliehkräfte, gemessen an der Einkommensspreizung, nehmen seit 2006 in Deutschland dramatisch zu. Deutschland steht vor der Zerreißprobe.

Download

Der Paritätische Gesamtverband: Positive Trends gestoppt, negative Trends beschleunigt. Bericht zur regionalen Armutsentwicklung in Deutschland 2012, Berlin 2012

Die Armut befindet sich auf einem Rekordhoch. Mit einer Armutsgefährdungsquote von 15,1 Prozent wurde 2011 ein absoluter Höchststand seit der Vereinigung erreicht. Die Armutsentwicklung hat sich, so zeigen die Daten, endgültig von der Wirtschaftsentwicklung abgekoppelt. Die Politik scheint nicht willens oder in der Lage, gute wirtschaftliche Entwicklungen so zu nutzen, dass die immer tiefere Spaltung zwischen Arm und Reich in dieser Gesellschaft wenigstens ansatzweise gestoppt würde. Vielmehr hat sich die Dynamik dieser Spaltung in 2011 sogar noch deutlich verstärkt. Es ist ein unübersehbarer Fingerzeig auf Niedriglöhne und prekäre, nicht auskömmliche Beschäftigungsverhältnisse.

Bericht

Der Paritätische Gesamtverband / Paritätische Forschungsstelle: Energie für alle, Berlin 2012

Vorschläge des Paritätischen Gesamtverbandes und des Deutschen Mieterbundes für eine Reform des Wohngeldgesetzes und der Übernahme der Energiekosten im Grundsicherungsbezug.

Download

Der Paritätische Gesamtverband / Paritätische Forschungsstelle: Kurzexpertise Stromkosten im Regelsatz: Modellrechnungen und Graphiken, Berlin 2012

Die Strompreisentwicklung belastet insbesondere Niedrigeinkommensbezieher und Haushalte, die Regelsatzleistungen erhalten. Trotz jährlicher Fortschreibung des Regelsatzes können bei den verschiedenen Haushaltstypern über das Jahr gerechnet erhebliche Summen bei Stromnachzahlungen auflaufen. Die Kurzexpertise liefert Fakten und Grafiken zum Thema.

Download

Der Paritätische Gesamtverband / Paritätische Forschungsstelle: Arme Kinder - arme Eltern. Zahlen, Daten, Fakten, Berlin 2012

Jüngste Berechnungen der Bundesagentur für Arbeit belegten, dass die Anzahl der jungen Hartz IV-Empfänger in den letzten Jahren zurückgegangen ist, was insbesondere die Bundesregierung als Erfolg verbuchte. Die Erfolgsmeldungen müssen bei tiefergehender Betrachtung jedoch deutlich relativiert werden. Wie der Paritätische in seiner Studie nachweist, ist der Rückgang der Kinder im Hartz-IV-Bezug überwiegend ein Ergebnis der Demografie - dem Rückgang der Kinderzahlen. Zudem stellt sich die Entwicklung der Kinderarmut in Deutschland regional sehr unterschiedlich und für die einzelnen Familienformen außerordentlich ungleich dar.

Download

Der Paritätische Gesamtverband: Von Verhärtungen und neuen Trends Bericht zur regionalen Armutsentwicklung in Deutschland 2011, Berlin 2011

Bemerkenswert ist, dass selbst starke wirtschaftskonjunkturelle Ausschläge so gut wie keinerlei Einfluss mehr auf die Armutsentwicklung zu haben scheinen. Gute Konjunkturen schlagen nicht mehr auf die
Armutsentwicklung durch und werden auch politisch nicht dazu genutzt, die Schere zwischen Arm und Reich wenigstens etwas zu schließen. Dieses Phänomen „verhärteter Armut“ findet sich auch bei der bundesweiten Hartz IV-Quote.

Was die Armutsgefährdungsquoten anbelangt, bewegt sich bei neun der 16 Bundesländer kaum etwas, sieben Länder zeigen aber durchaus – zum Teil gegenläufige – Bewegungen. Der Osten ist nach wie vor deutlich stärker von Armut betroffen als der Westen. Doch zeigt der Osten – mit Ausnahme von Berlin – insgesamt eine deutlich positivere Entwicklung als der Westen. Hier verdient das Ruhrgebiet als neue Problemregion mit besorgniserregender Dynamik besondere Aufmerksamkeit.

Bericht

Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Lebenslagen in Deutschland. Der 5. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, Berlin 2017.
Download

Lebenslagen in Deutschland. Der 4. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, Berlin 2013.
Download

Lebenslagen in Deutschland. Der 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, Berlin 2008.
Download

Lebenslagen in Deutschland. Der 2. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, Berlin 2005.
Bericht
Anhänge

Lebenslagen in Deutschland. Der 1. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, Berlin 2001.
Bericht
Materialband

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hg.): Materialien zur Familienpolitik - Überschuldung privater Haushalte, Expertisen zur Erarbeitung des dritten Armuts- und Reichtumsberichts, Nr. 22/2008, Berlin 2008

Inhalt:

I. Wirksamkeit von Schuldnerberatung in Deutschland (Astrid Kuhlemann / Ulrich Walbrühl)

II. Menschen in der Verbraucherinsolvenz (Götz Lechner, Wolfram Backert, TU Chemnitz)

III. Überschuldung, Gesundheit und soziale Netzwerke (Eva Münster, Johannes Gutenberg-Universität Mainz)

IV. Psychische und soziale Folgen von Überschuldung für Betroffene und Ihr soziales Umfeld (Detlef Oesterreich, BIS Berlin)

V. Dritter Armuts- und Reichtumsbericht – Kapitel „Teilhabechancen von Familien und Kindern“ (Ingrid Wilkens, ISS Frankfurt/M.)

VI. Ermittlung der Anzahl überschuldeter Privathaushalte in Deutschland (Gunter E. Zimmermann)

VII. Protokoll des Experten-Workshops des BMFSFJ

VIII. Dokumentation des zweiten Workshops zum Thema „Überschuldung“

Download

Bürgel Wirtschaftsinformationen: Schuldenbarometer 2014, Hamburg 2015

Download

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW): Anhaltend hohe Vermögensungleichheit in Deutschland, DIW Wochenbericht Nr. 9/2014, Berlin 2014

Den Bericht sowie die Pressemitteilung mit den wichtigsten Ergebnissen finden Sie auf der Internetseite des DIW.

Homepage

Diakonie-Hilfswerk Hamburg (Hg.): Untersuchung zentraler Effekte der Schuldnerberatung des Diakonischen Werkes Hamburg aus der Perspektive der Ratsuchenden, Hamburg 2012

In Zusammenarbeit mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (Prof. Dr. Harald Ansen) wurden knapp 240 Ratsuchende jeweils zu Beginn und zum Ende der Beratung per Fragebogen befragt. Ziel der Befragung war es herauszufinden, was Schuldnerberatung bewirkt und welchen Nutzen sie aus Sicht der betroffenen Menschen hat.

Die Studie hat gezeigt, dass Schuldnerberatung ein unverzichtbares und hoch wirksames Beratungsfeld zur umfassenden Verbesserung der Lebenslage überschuldeter Menschen ist.

Download

Diakonisches Werk der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers: Diakonische Schuldnerberatung aus der Sicht ihrer Klienten. Ergebnisse einer Befragung, Hannover 2006

Zur Evaluation der Arbeit der Schuldnerberatung gab das Diakonische Werk der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers e.V in Abstimmung mit den ihm angeschlossenen und im Arbeitskreis Schuldnerberatung (AKS) zusammengeschlossenen Schuldnerberatungsstellen, im Herbst 2004 eine Klientenbefragung in Auftrag. Diese sollte eine Maßnahme der Qualitätsüberprüfung darstellen.

Die Ergebnisse der Befragung geben ein aufschlussreiches Bild der Arbeit der Beraterinnen und Berater und der Wirksamkeit von Schuldnerberatung durch die Beraterinnen und Berater) wieder.

Die wichtigsten Erkenntnisse und Bewertungen sind in einer Broschüre dargestellt.

Download

Korczak, Dieter, GP Forschungsgruppe Berlin

Überschuldung in Deutschland zwischen 1988 und 1999. Gutachten im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Band 198 der Schriftenreihe des BMFSFJ, Stuttgart 2001.
Download

Überschuldungssituation in Deutschland im Jahr 2002. Aktualisierung der Daten zur Überschuldung, Expertise erstellt im Auftrag des BMFSFJ, in: BMFSFJ (Hg.): Materialien zur Familienpolitik - Lebenslagen von Familien und Kindern - Überschuldung privater Haushalte, Expertise zur Erarbeitung des Zweiten Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung, Nr. 19/2004, Münster 2004 [ab S. 311 im Dokument].
Download

Kuhlemann, Astrid / Walbrühl, Ulrich: Wirksamkeit von Schuldnerberatung, Hamburg 2006

Kuhlemann, Astrid: Wirksamkeit von Schuldnerberatung Teil I. Empirische Untersuchungen zur Evaluation, Hamburg 2006.

Walbrühl, Ulrich: Wirksamkeit von Schuldnerberatung Teil II. Zusammenhänge mit Ressourcen und Lerngeschichte der Klienten - Implikationen für die Praxis, Hamburg 2006.

Lechner, Götz: Eine zweite Chance für alle gescheiterten Schuldner? Längsschnittstudie zur Evaluation des Verbraucherinsolvenzverfahrens, 2010

Download

Lechner, Götz / Backert, Wolfram: Dynamik des Verbraucherinsolvenzverfahrens. Regionale Disparitäten und aktivierende Wirkungen, Expertise für das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Materialien zur Familienpolitik Nr. 21/2005

Download

Meinhold, Marianne: Einspareffekte für das Land Berlin aus der Tätigkeit der Schuldner- und Insolvenzberatungstellen, Berlin 2003

Aus den Daten zu Aufnahme und Erhalt von Erwerbstätigkeit, vermiedenen Sozialhilfe- und Personalleistungen sowie vermiedenen Gerichtskosten errechnete die Studie für Berlin Kostenersparnisse zwischen 10 und 15 Millionen Euro pro Jahr.

Das bedeutet: Mit jedem Euro, den das Land für Schuldnerberatung ausgibt, werden zwei Euro an sonst notwendigen Leistungen eingespart.

Download



Koordinierungsstelle Schuldnerberatung in Schleswig-Holstein