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Die bundesweite Aktionswoche Schuldnerberatung 2016 stand unter dem Thema "SCHULDEN MACHEN KRANKheit macht Schulden". Sie nahm damit eine Problematik auf, die in der Beratungstätigkeit zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Krankheit ist ein Hauptauslöser für Überschuldung. In 2014 war sie für 14 % der Ratsuchenden in Schleswig-Holstein der hauptsächliche Auslöser – Tendenz steigend.

Schulden machen krank! Überschuldung führt nicht selten zu sozialer Isolation und Ausgrenzung. Sie zieht Veränderungen hinsichtlich des sozialen Status´ und der sozialen Einbindung nach sich und hat Auswirkungen auf die physische und psychische Befindlichkeit. Nicht selten ist auch ein Verlust an Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl zu beobachten.

Schulden und Gesundheit hängen eng miteinander zusammen. Arztbesuche werden verschoben, Zuzahlungen zu Medikamenten können nicht geleistet werden und medizinische Leistungen werden nicht wahrgenommen. Längerfristige und chronische Krankheiten erhöhen das Risiko des Arbeitsplatzverlustes und stellen eine große psychische Belastung dar. Krankheit ist somit nicht nur als Auslöser, sondern auch als Folge von Überschuldung zu sehen.

Die Schuldnerberatung in Schleswig-Holstein hat auch in diesem Jahr die Aktionswoche Schuldnerberatung unterstützt. Auf diesen Seiten finden Sie neben der Übersicht über die durchgeführten Veranstaltungen im Land auch Hintergrundinformationen zum Thema "Schulden und Krankheit".

Das Basis- und Forderungspapier der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV) zur Aktionswoche sowie weitere Informationen und Materialien finden Sie unter www.aktionswoche-schuldnerberatung.de.

Aktivitäten zur Aktionswoche in Schleswig-Holstein

Unten finden Sie eine Übersicht über alle durchgeführten Veranstaltungen in Schleswig-Holstein während der Aktionswoche.

Aktivitäten Aktionswoche 2016 (Stand 03.06.2016)

Dr. Silke Duda Grußwort

Dr. Silke Duda, Leiterin der Abteilung Kinder, Jugend, Familie und Gleichstellung, Landesjugendamt im Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein hob in ihrem Grußwort die Bedeutung der Schuldnerberatung für ein funktionierendes Gemeinwesen hervor.

Für die Landesregierung sei die Schuldnerberatung aus der Palette verantwortlichen sozialstaatlichen Handelns nicht wegzudenken. Dr. Duda betonte die notwendige Funktion von Schuldnerberatung als Soziale Arbeit, um den physischen, psychischen und sozialen Auswirkungen von Überschuldung zu begegnen. Umso wichtiger sei diese Tagung, die den Fokus auf die Wechselwirkungen von Schulden und Krankheit gelegt habe und fachliche Anforderungen diskutiere.

Prof. Dr. Gerhard Trabert: "Armut, Schulden und Krankheit"

Mit Prof. Gerhard Trabert konnten wir einen ausgewiesenen Fachmann für das Thema "Armut, Schulden und Krankheit" gewinnen, der sehr eindrücklich auf die strukturellen Ausgrenzungsprozesse bestimmter Personengruppen nicht nur im Gesundheitssystem aufmerksam gemacht hat. Dazu gehören die Individualisierung und Privatisierung von Gesundheitsrisiken ebenso wie die deutliche Zunahme von Eigenbeteiligungen an Gesundheitsleistungen.

Trabert führte den gut belegbaren Zusammenhang von Krankheit und Verschuldung bzw. Armut aus. Chronisch schlechte Gesundheit erhöht das Risiko für Armut. Wer in Armut aufwächst, hat als Erwachsener eine schlechtere Gesundheit. Zudem führen Krankheiten wie z.B. AIDS oder Krebs verstärkt zu Verschuldungen und materieller Armut aufgrund teurer Medikamente.

Sehr eindrücklich war seine Aussage, dass nach einer Patientenbefragung Krebspatienten eine größere Angst vor einem sozialen Abstieg als vor der Krankheit selbst haben.

Für Trabert sind daher drei Aktionsbereiche von entscheidender Bedeutung:

- Eine von Respekt und Wertschätzung geprägte Diskussion im Kontext Armut/Überschuldung und Gesundheit
- Auf der praktischen Ebene schnell, kompetent und betroffenenzentriert agieren
- Gesellschaftliche Verursachungsmechanismen benennen, kritisieren und skandalisieren und neue Inklusionsstrukturen schaffen

Die soziale Schuldnerberatung ist aufgefordert, den Blick für diese Prozesse zu schärfen und die Konsequenzen für die konkrete Beratung zu ziehen.

Den Votrag von Prof. Trabert finden Sie im internen Bereich.

Viele der von Prof. Trabert zitierten Studien finden Sie auf unserer Seite, auch ein aktuelles Interview, das einen guten Einblick in seine engagierte Arbeit gibt.
Hintergrundfakten

Gerhard Trabert ist Professor für Sozialmedizin und Sozialpsychiatrie im Fachbereich Sozialwesen der Hochschule RheinMain in Wiesbaden. Er ist Gründer des Vereins "Armut und Gesundheit in Deutschland" und bietet seit 1994 mit einem "Arztmobil" kostenlos ärztliche Hilfe für wohnungslose Menschen an. 2013 richtete er die "Ambulanz ohne Grenzen" in Mainz ein, in der 20 Ärzte, Krankenschwestern / Krankenpfleger und Sozialarbeiter tätig sind. Dort werden wohnungslose Menschen und Patienten ohne Versicherungsschutz kostenfrei medizinisch behandelt.

Maria Fitzka / Peter Kopf: "Schulden und Gesundheit Österreich"

Die beiden Referenten stellten drei abgeschlossene Projekte zum Thema Schulden und Gesundheit in Österreich vor. Deren Ziele waren eine Bewusstseinsbildung über die gesundheitlichen Folgen der Überschuldung, die Möglichkeiten der Integration des Themas Gesundheit in die Schuldnerberatung und die weitere Vernetzung mit dem Gesundheitsbereich.

Sie stellten die wichtigsten Ergebnisse aus Befragungen der Klienten zur gesundheitlichen Situation dar und betonten die Notwendigkeit, alle relevanten Institutionen zu vernetzen. Ziel sei eine bessere Gesundheitsprävention und -versorgung sowie Vernetzung der Klienten.

Die positiven Effekte für die Beratungstätigkeit sind eindeutig festzustellen, darüber hinaus hat die Beschäftigung mit dem Thema Gesundheit auch bei den Beratungskräften eine Sensibislisierung für die eigene Gesundheit bewirkt.

Zudem haben die Projekte bei den Beratungskräften dazu beigetragen, den Blick für die Ganzheitlichkeit der Beratung wieder zu schärfen und die Lebenssituation der Klienten besser zu verstehen.

Die Vorträge haben viele Anregungen für eine mögliche Umsetzung in Schleswig-Holstein gegeben.

Den Vortrag finden Sie im internen Bereich.

Die ASB Schuldnerberatungen hat in einem Factsheet "Schulden und Gesundheit" die wichtigsten Informationen zum Thema zusammengestellt.

Maria Fitzka, ASB Schuldnerberatungen, Wien

Die ASB Schuldnerberatungen koordiniert als Dachorganisation die gemeinsamen Interessen der staatlich anerkannten Schuldenberatungen in Österreich.

Das Kernangebot der ASB umfasst neben der Erhebung von Daten rund um das Thema Schulden auch Forschungsprojekte, Aus- und Weiterbildungsangebote, Koordination von Arbeitsgruppen, Öffentlichkeitsarbeit, Erstellung von Publikationen sowie Qualitätssicherung.

Im April 2016 wurde das Projekt „Schulden und Gesundheit“ abgeschlossen. Inhalte und Ziele waren die Bewusstseinsbildung über die gesundheitlichen Folgen von Überschuldung, die Möglichkeiten der Integration des Themas Gesundheit in die Schuldenberatung und den Gesundheitsbereich sowie die Forschung und Vernetzung mit dem Gesundheitsbereich (Dialogtage).

Peter Kopf, Geschäftsführer ifs Schuldenberatung, Bregenz (Vorarlberg)

Das Institut für Sozialdienste (ifs) bietet Menschen in psychischen oder sozialen Notsituationen Hilfe an. Das Institut ist eine Einrichtung der freien Wohlfahrtspflege, in der fachlich qualifizierte Sozialarbeiter/innen, Psycholog/innen, Eheberater/innen, Behindertenberater/innen, Erzieher/innen, Ärzte, Psychotherapeut/innen, Jurist/innen und Dolmetscher/innen zusammenarbeiten.

NDR Schleswig-Holstein-Magazin vom 10.06.2016

In den ersten 6 Minuten des Magazins werden zwei Berichte zum Thema Schulden machen krank und zur Arbeit der Schuldnerberatung gesendet.

Differenziert und gut gemacht!

SH-Magazin



NDR Schleswig-Holstein 18:00 vom 09.06.2016

Die Sendung "Schleswig-Holstein 18:00", die am 09.06.2016 im NDR lief, widmet sich schwerpunktmäßig der Schuldnerberatung und dem Thema der Aktionswoche. Die Sendung stellt das Thema sehr differenziert dar und lässt eine Klientin aus Nordfriesland zu Wort kommen. Die verschiedenen Aspekte einer Beratung werden im Gespräch mit einer Kollegin der Beratungsstelle in Husum beleuchtet.

Ein sehr gelungener Beitrag!

Schleswig-Holstein 18:00




Koordinierungsstelle Schuldnerberatung in Schleswig-Holstein 07.06.2016 Schulden machen krank

Im Jahr 2015 gab jeder siebte Klient (14,3 %) einer Schuldnerberatungsstelle in Schleswig-Holstein an, die Überschuldung sei vor allem durch Krankheit, Sucht oder den Folgen eines Unfalls ausgelöst worden. In den vergangenen Jahren ist diese Zahl stetig gestiegen. 2014 waren es noch 13,7 % der Klienten.

Besonders häufig ist bei arbeitslosen Ratsuchenden (18,2 %) Krankheit der Grund für Überschuldung. Bei Erwerbstätigen liegt der Anteil bei 7,4 %. Die Koordinierungsstelle geht davon aus, dass die Dunkelziffer in diesem Bereich noch viel höher liegt.

Pressemitteilung

 

 

Statistisches Bundesamt 02.06.2016 Gesundheitliche Probleme häufig Auslöser für Überschuldung

Für 13,5 % der in 2015 beratenen Personen war Krankheit, Sucht oder Unfall der Hauptauslöser für die Überschuldung. Dieser Wert ist seit Jahren stabil.

"Besonders häufig treten mit 16,6 % der Fälle gesundheitliche Gründe der Überschuldung bei Arbeitslosen auf. Wie hoch der Anteil der Arbeitslosen ist, die aufgrund einer Erkrankung ihre Arbeitsstelle verloren haben, lässt sich anhand der Daten jedoch nicht sagen. Für erwerbstätige Personen waren hingegen nur in 7,6 % der Fälle gesundheitliche Probleme die Hauptschuldenursache."

Pressemitteilung



Diakonie Deutschland 02.06.2016 Schulden machen krank

Die Diakonie fordert einen Zugang zur Schuldnerberatung für alle überschuldeten Menschen und eine bedarfsgerechte und nachhaltige Finanzierung der sozialen Schuldnerberatung.

Pressemitteilung



Das Gesundheitsmonitoring am Robert Koch-Institut hat die Aufgabe, kontinuierlich Entwicklungen im Krankheitsgeschehen sowie im Gesundheits- und Risikoverhalten in Deutschland zu beobachten.
Darüber hinaus sollen Trends und Veränderungen der gesundheitlichen Lage identifiziert werden und diese im Verhältnis zu bisherigen oder zukünftigen Präventionsmaßnahmen analysiert werden.

Das Gesundheitsmonitoring findet im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit statt und fließt in die Gesundheitsberichterstattung des Bundes ein.

Homepage

 



Auf folgende Publikationen sei besonders hingewiesen. Die Kernaussagen der Beiträge finden sich jeweils auf der ersten Seite des Beitrags.

Lampert, Thomas u.a.: Gesundheitliche Ungleichheit im höheren Lebensalter, GBE kompakt 7 (1), Berlin 2016

Die bisherigen Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass auch nach dem Alter von 65 Jahren soziale Unterschiede in der Gesundheit und der ferneren Lebenserwartung bestehen. Die vorliegende Untersuchung widmet sich der Frage, ob in Bezug auf die gesundheitliche Situation von älteren Menschen soziale Unterschiede bestehen und wie stark diese ausgeprägt sind.

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Lampert, Thomas u.a.: Gesund aufwachsen - Welche Bedeutung kommt dem sozialen Status zu?, GBE kompakt 6 (1), Berlin 2015

Die Untersuchung geht der Frage nach, welche Bedeutung dem sozialen Status beim gesunden Aufwachsen zukommt. Die Autoren untersuchen, ob sich soziale Ungleichheit im Gesundheitszustand, dem Gesundheitsverhalten und der Gesundheitsversorgung von Kindern und Jugendlichen widerspiegelt.
Die Antwort ist eindeutig: Ja.

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Lampert, Thomas u.a.: Arbeitslosigkeit, prekäre Beschäftigung und Gesundheit, GBE kompakt 3 (1), Berlin 2012

Die Autoren stellen fest, dass Arbeitslose häufiger von Beschwerden und Krankheiten betroffen sind und früher versterben als Erwerbstätige. Personen, die sich in einem prekären Arbeitsverhältnis befinden, haben ebenfalls mehr gesundheitliche Beschwerden. Die psychische Gesundheit wird besonders durch Arbeitslosigkeit und prekäre Beschäftigung beeinträchtigt.

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Lampert, Thomas u.a.: Armut und Gesundheit, GBE kompakt 5, Berlin 2010

Die Ergebnisse zeigen, dass Personen mit niedrigem Einkommen eine geringere Lebenserwartung haben. Das Risiko für bestimmte Erkrankungen, wie beispielsweise Herzinfarkt, Diabetes mellitus und chronische Bronchitis ist bei ihnen erhöht.
Von Armut betroffene Personen sind aufgrund ihrer Gesundheitsprobleme häufiger in der Bewältigung alltäglicher Aufgaben eingeschränkt. Auch sind bei Personen aus niedrigen Einkommensgruppen Gesundheitsrisiken wie Rauchen und starkes Übergewicht häufiger vorzufinden.
Armut geht mit einer geringeren sozialen Unterstützung einher. Das bedeutet, dass von Armut betroffene Personen weniger auf die Hilfe von Freunden oder Bekannten bei Problemen zurückgreifen können.
Die Autoren schlussfolgern, dass sich der Zusammenhang zwischen Armut und Gesundheit in den letzten Jahrzehnten nicht verringert hat.

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Interview mit Gerhard Trabert (22 Min.)

Sendung "Leif trifft" (SWR) vom 16.03.2016

Gerhard Trabert ist Professor für Sozialmedizin und Sozialpsychiatrie an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden und ist vor allem durch sein ehrenamtliches Engagement für wohnungslose Menschen ("Arztmobil", "Ambulanz ohne Grenzen") bekannt geworden. Der Arzt und Sozialarbeiter ist Gründer des Vereins "Armut und Gesundheit e.V." und kämpft seit Jahren gegen Armut auf der Straße. Im Interview kritisiert er deutlich das deutsche Gesundheitsversorgungssystem.

Ein sehr tiefgründiger und nachhaltiger Beitrag!

Gerhard Trabert ist Referent unserer Fachtagung am 07.06.2016 in Kiel.

Video

 

 

Statistisches Bundesamt u.a. (Hg.): Datenreport 2016. Ein Sozialbericht für die Bundesrepublik Deutschland, Bonn 2016

Das Kapitel 10 des Datenreports widmet sich dem Thema Gesundheit und soziale Sicherung mit folgenden Schwerpunkten:

10.1 Gesundheitszustand der Bevölkerung und Ressourcen der Gesundheitsversorgung

10.2 Gesundheit, Einstellungen und Verhalten

10.3 Gesundheitliche Ungleichheit
In diesem Kapitel werden die Zusammenhänge von Einkommen und Gesundheit beschrieben, nach der Bildung als Ressource für Gesundheit gefragt, die arbeitsweltbezogenen Einflüsse auf die Gesundheit dargestellt, die Wechselwirkungen von Arbeitslosigkeit und Gesundheit beleuchtet sowie das Thema Migration und Gesundheit erläutert.

10.4 Soziale Sicherung

10.5 Zur Entwicklung und Verteilung der Altersrenten in Ost- und Westdeutschland

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Bürgerbeauftragte für soziale Angelegenheiten des Landes Schleswig-Holstein: Tätigkeitsbericht 2015, Kiel 2016

Im vergangenen Jahr ist die Anzahl der Eingaben zur Gesetzlichen Krankenversicherung deutlich angestiegen. Problematisch bleibt weiterhin die Frage nach einem Zugang zu einem uneingeschränkten und bezahlbaren Krankenversicherungsschutz insbesondere für Selbständige. Viele befinden sich wegen Beitragsrückständen von zwei Monatsbeiträgen nur noch in der Notversorgung. In der Regel sind die Betroffenen finanziell nicht in der Lage, die Beitragsrückstände zzgl. Säumniszuschläge neben den laufenden Beiträgen vollständig auszugleichen. "Es fehlt ein gesetzlicher Anspruch auf Abschluss einer tragfähigen Ratenzahlungsvereinbarung, die die wirtschaftliche Leistungskraft des Mitglieds individuell berücksichtigt, so die Bürgerbeauftragte. Nur wenn die Raten vereinbarungsgemäß gezahlt werden, lebt der vollumfängliche Versicherungsschutz wieder auf" (Pressemitteilung, S. 3).

Für Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht oder nicht mehr Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung sind, ist der Abschluss einer privaten Krankenversicherung wegen der zu hohen, nicht einkommensbezogenen Beiträge in der Regel nicht umsetzbar. Nach Ansicht der Bürgerbeauftragten muss der Gesetzgeber den Krankenversicherungen einen flexibleren Umgang mit der konkreten Problemsituation des Einzelnen ermöglichen. ´Wie soll man seiner Versicherungspflicht Folge leisten, wenn der Versicherungsbeitrag nicht bezahlt werden kann und der Weg in die Privatinsolvenz vorgezeichnet ist?´, fragt die Bürgerbeauftragte" (Pressemitteilung, S. 3).

Auffällig und alarmierend ist für die Bürgerbeauftragte, dass Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht erwerbstätig sein können, massiv von Armut bedroht sind. Die durchschnittliche Höhe einer Erwerbsminderungsrente in Höhe von 664 € sei in keiner Weise existenzsichernd (Bericht, S.36).

Dieser Themenbereich findet sich im Tätigkeitsbericht auf den Seiten 14f., 32-36 und 66.

Pressemitteilung

 

 

Tätigkeitsbericht 2015

 

 

 

Martin Langenbahn: Ängste und seelische Not der Schuldner – Erste Hilfe durch die Schuldnerberatung 2012

Der Artikel von Martin Langenbahn beschäftigt sich mit den psychischen und physischen Auswirkungen der Überschuldung und entwickelt Beratungsstrategien, um diesem Phänomen zu begegnen.

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Armut, Schulden und Gesundheit (ASG-Studie) 2007

Münster Eva, Letzel Stephan: Auswirkungen von Überschuldung auf die Gesundheit, in: Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (Hg.): Schuldenreport 2009, S.62-73.
Die sozialmedizinische Befragungsstudie Armut, Schulden und Gesundheit (ASG-Studie) aus Rheinland-Pfalz hat sich im Jahr 2007 erstmals auf quantitativer Ebene mit den Überschuldeten selbst befasst und dabei den Fokus auf den Gesundheitszustand und die medizinische Versorgung der Betroffenen gerichtet. Aus den Ergebnissen entwickeln die Autoren entsprechende Handlungsempfehlungen.
Die Studie hat aufgezeigt, dass bei einer Überschuldungsproblematik gerade gesundheitliche und soziale Probleme dominieren und die Teilhabechancen an gesellschaftlichen Systemen, insbesondere des Gesundheitswesens, stark gefährdet sind.

Auch wenn die Studie bereits etwas älter ist, hat sie an Aktualität nichts verloren.

Schlaglichter:

- 8 von 10 Personen geben an, krank zu sein (40,4 % psychische Erkrankungen)
- Bei 50 % der befragten Personen haben sich Freunde und/oder Familie auf Grund der finanziellen Lage zurückgezogen.
- 58,7 % erkranken, wenn sich der Kreis der Freunde und der Familie auf Grund der Schuldensituation reduziert hat
- 65,2 % haben aus Geldmangel verschriebene Medikamente nicht gekauft
- 60,8 % haben aufgrund der Schuldensituation einen Arztbesuch unterlassen
- Fast jeder Fünfte nimmt auf Grund der Schuldensituation Beruhigungsmittel
- 21,4 % der Erwerbstätigen gaben an, dass ihr Arbeitsplatz durch die Schuldensituation bedroht ist

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Eine ausführliche Darstellung der Studienergebnisse finden sich hier:
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hg.): Materialien zur Familienpolitik - Überschuldung privater Haushalte, Expertisen zur Erarbeitung des dritten Armuts- und Reichtumsberichts, Nr. 22/2008, Berlin 2008, S. 55-71.

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Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie und Gleichstellung: Gesundheit älterer Menschen in Schleswig-Holstein 2012

Der Bericht der Landesregierung beschäftigt sich mit der Gesundheit im Alter in unterschiedlichen Fassetten.

Im Zusammenhang mit der Frage der Lebensqualität wird auch nach der Einschätzung gefragt, ob genügend Geld zum Leben zur Verfügung steht (S. 27). Insgesamt trifft das für die große Mehrheit in hohem Maße zu.
Signifikant unterschiedliche Bewertungen lassen sich allerdings bei Personen mit unterschiedlichem Sozialstatus erkennen. Dabei steigt die Lebensqualität mit höherem Status deutlich an (S. 28).

Für fast 15 % der älteren Menschen ist fehlendes Geld der Grund, das eigene Zuhause selten zu verlassen (S. 105).

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Robert Koch Institut: Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Schleswig-Holstein 2007

Aus der Zusammenfassung (S. 165 ff.): "Der Bericht zeichnet ein komplexes Bild der gesundheitlichen Situation von Kindern und Jugendlichen in Schleswig-Holstein. Entsprechend der konzeptionellen Ausrichtung der Gesundheitsberichterstattung auf eine systemorientierte Betrachtung wurden zielgruppenspezifische Daten zu verschiedenen Bereichen der gesundheitlichen Lage und Versorgung zusammengestellt. Die Auswertungsergebnisse des Landesmoduls Schleswig-Holstein des bundesweiten, repräsentativen Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS) sowie die Daten der Schuleingangsuntersuchungen des Bundeslandes nehmen dabei einen besonderen Stellenwert ein."

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Koordinierungsstelle Schuldnerberatung in Schleswig-Holstein